Paul Nijman
Dipl. Architekt
+ Baubiologe SIB
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Grundofen mit Hypokausten

Der Grundofen ist eine Strahlungs-Vollheizung für ein ganzes Einfamilienhaus, wobei er im Zentrum des Erdgeschosses platziert wird, von wo er dieses direkt beheizen kann. Ähnlich wie die Sonnenstrahlen durchdringt Wärmestrahlung die Raumluft, ohne diese wesentlich aufzuheizen. Erst beim Aufprallen auf feste Gegenstände des Raumes wandelt sich die Wärme um. Die erwärmten Wände geben ihrerseits wieder Wärme ab. Die Raumluft dagegen bleibt kühl. Die Strahlungswärme erfüllt daher auch die Forderung, wonach für ein gesundes Wohnklima die Temperatur der Umgebungsflächen die Raumtemperatur übersteigen muss. Das ist nur mit grossflächen Strahlungsheizungen möglich. Das Obergeschoss wird mit Hypokaustenwänden beheizt. Diese sind aus hohlen Tonelementen gefertigt und werden gemäss Versetzplan und Wärmeleistungsbedarf aufgemauert. Zwischen Ofen und Hypokaustenwänden sind Luftrohre so montiert, dass die warme Luft, welche im Wärmetauscher des Ofens erzeugt wird, im Schwerkraftprinzip völlig selbständig aufsteigen kann. Die Hypokaustenwände beheizen nun den Raum mit Strahlungswärme und die Luft in den Hypokaustenwänden kühlt sich ab, wodurch sie schwerer wird und so wieder in den Wärmetauscher des Ofens abfällt, um sich erneut aufzuwärmen. Die Hypokaustenwände können je einzeln reguliert werden. Sie können sichtbar oder verputzt werden. Der Grundofen wird so ausgelegt, dass er nur 1-2x pro Tag befeuert werden muss. Dies geschieht mit Fichtenholz-Spalten à 50 cm. Der Jahresbedarf beträgt im Schnitt 6-7 Ster. Damit der Ofen die gesamte Wärmestrahlung (Infrarot) auch abgeben kann, ist es sehr wichtig die richtigen Materialien dazu zu verwenden. Wärmetauscher und Feuerraum aus Gusseisen, Rauchzüge aus Schamotte, Ofenmantel aus Strahlungs- und Speicherplatten und der Verputz aus mineralischem Weisskalkmörtel. Die vielbesagten Speckstein- und Lehmöfen vermögen die Strahlungswärme nur beschränkt an den Raum abzugeben, weshalb sie ja die Wärme so lange bei sich halten. Dadurch entsteht eben viel mehr Konvektionswärme statt Strahlungswärme. Der Grundofen mit Hypokaustenwänden ist das einzige Vollheizungssystem, welches komplett ohne Strom auskommt, da es weder Umwälzpumpen, Ventile oder Regelungen benötigt. Die Integration der Warmwasseraufbereitung macht deshalb keinen Sinn. Sie sollte z.B. als eigenständiges Solarsystem installiert werden.

CH Aktuell vom 19. März 2008

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